Wissenswertes

Auf meinem Blog findest du immer wieder aktuelle Themen und unterhaltsames.
Hier auf der Seite findest du wissenswertes rund um den Hund.

Hundekauf

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Es gibt verschiedene Möglichkeite, wo Sie einen Hund kaufen können. Damit sie einen passenden Hund finden, an dem Sie ein Hundeleben lang Freude haben, und es nicht zu bösen Überraschungen kommt, sollten Sie sich dafür genügend Zeit nehmen.

 

Tierschutz

 

Es gibt viele tolle Hunde im Tierschutz. Dort gibt es nicht, wie das oft noch behauptet wird nur alte, kranke und auffällige Hunde, sondern Hunde aller Altersklassen, Größen, Rassen und Mischungen, vom Welpe bis zum Senior. Sogar Rassehunde finden sich im Tierschutz. Es gibt auch spezielle Rassehunde Nothilfen.

 

Am besten ist es, wenn Sie sich in den Tierheimen/ Tierschutzverein vor Ort beraten lassen und ein Bild von den Hunden machen. Sehr viele Tierheim-Hunde haben einen sehr guten Charakter und oft finden sich grade für Anfänger tolle Hunde dort.

 

Bitte kaufen Sie keinen Hund von Tierschutzvereinen, wo Sie lediglich ein Bild im Internet sehen. Von einem Foto lassen sich keine Rückschlüsse auf das Verhalten des Tieres schließen. Oft sind es Hund aus dem Ausland, die nur nach einem Foto ausgesucht werden.

 

Wenn Sie unbedingt einen Hund aus dem Ausland möchten, sollten Sie bedenken, dass diese Hunde oft nichts kennengelernt und ihr leben meist irgendwo auf der Straße oder sogar an etwas abgelegeneren Orten verbracht haben. Für diese Hunde ist es teilweise sehr schwer, sich hier bei uns einzugewöhnen. Oft kennen diese Hunde kein Leben mit Menschen und im Haus.

Viele dieser Hunde, haben ihr Leben lang schwierigkeiten mit verschiedenen Situationen und Dingen.

Natürlich gibt es auch beim Auslandstierschutz wahre Goldstücke, aber leider auch viele schwarze Schafe.

Also lieber zwei mal hinschauen.

 

Züchter

 


Gute Züchter haben manchmal Wartelisten von mehreren Monaten, bis zu ein paar Jahren.

 

Worauf Sie bei der Auswahl eines Züchters achten sollten:

  • wie ist der Umgang vom Züchter und seinen Hunden (es sollte ein liebevoller, vertrauter Umgang von beiden sein. Die Hunde sollten nicht ängstlich oder aggressiv sein)
  • Sehen die Hunde gesund und gepflegt aus (nicht extrem verfilzt, saubere und klare Augen, saubere Zähne, kein unangenehmer Geruch...)
  • wie viele Würfe haben die Hündinnen (max. 1 Wurf pro Jahr, pro Hündin, nicht zu viele Würfe pro Hündin),
  • wachsen die Welpen in der Familie auf 
  • lernen die Welpen genügend Reize, Personen, Dinge... kennen  (Geräusche und Gegenstände des täglichen Lebens, wie Staubsauger, Küchengeräusche, Auto fahren, andere Tiere, Kinder...)
  • Sind die Hunde und Welpen aufgeschlossen und neugierig

Nehmen Sie sich ruhig jemanden mit, der vielleicht schon etwas Erfahrung mit dem Welpenkauf hat. Das kann jemand aus dem Bekanntenkreis sein, aber auch viele Hundetrainer bieten so einen Service an. Eine neutrale Person ist oft etwas kritischer.

Sollte irgendetwas nich so sein wie Sie es sich vorstellen (z.B. Welpen immer nur im Zwinger oder draußen, keine Hündin bei den Welpen, ängstliche Tiere...) scheuen Sie sich nicht, lieber einen Hund von einem anderen Züchter zu nehmen.

 

Bedenken Sie, dass ein Hund aus einer schlechten Zucht lebenslange körperliche und seelische Folgen davon tragen kann.

 

Wenn Sie sich für einen Züchter entschieden haben, besuchen Sie den Züchter und die Welpen öfter, wenn möglich auch zu verschiedenen Tageszeiten (evtl. auch unvorangemeldet, falls der Züchter in Ihrer Nähe wohnt) und überzeugen Sie sich, dass wirklich alles passt.

Ein guter Züchter beantwortet gerne alle Ihre Fragen zur Rasse, seinen Hunden, Aufzucht, Ernährung etc., und stellt auch selbst einige Fragen an Sie. Auf Nachfrage sollte er Ihnen auch die Ahnentafeln seiner Hunde, und evtl. Gesundheitszeugnisse zeigen können.

 

Märkte, Händler, etc.

 

Kaufen Sie auf KEINEN Fall einen Hund auf einem Markt oder von einem Händler!

Diese Hunde werden in den allermeisten Fällen viel zu früh von ihrer Mutter getrennt. Die Tiere sind nicht ausreichend medizinisch versorgt und auch die Impfpässe sind meistens gefälscht.

Die Hunde werden in großen Massen irgendwo "produziert".

Auch wenn die kleinen noch so süß sind, kaufen Sie so einen Hund auch nicht aus Mitleid!

Durch den Kauf solcher Hunde unterstützen Sie den Welpenhandel.

Viele dieser Tiere sind so krank, dass sie nach kurzer Zeit sterben. Wenn diese Hunde überleben haben sie in den meisten Fällen lebenslange körperliche und seelische Folgen.

Einen Händler erkennen Sie unter anderem daran, dass er viele verschiedene Rassen anbietet, dass Sie die Mutterhündin nicht zu seheh bekommen, dass die Welpen auf irgend einem Parkplatz als Treffpunkt aus dem Auto raus verkauft werden, dass es einen extra "Verkaufsraum" gibt o.ä.

 

 

Zooladen

 

Leider kann man mittlerweile auch in Deutschland wieder Welpen im Zooladen kaufen. Auch diese Hunde haben in den meisten Fällen lebenslange Folgeschäden, da eine Aufzucht in einem Geschäft in keinster Weise artgerecht ist und dem jungen Hund nicht die Reize bieten kann, die er für eine gesunde Entwicklung benötigt.

Also auch dort Hände weg von Mitleids- ode Spontankäufen! 

Pubertät

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Gestern war der Hund noch der bravste Vorzeigehund, heute geht gar nichts mehr...

Sie ist da. Die Hundepubertät.

 

Was wir umgangssprachlich als die Pubertät des Hundes bezeichnen, setzt sich aus der Pubertät und der Adoleszenz zusammen.

Die eigentliche Pubertät des Hundes ist daran zu erkennen, dass Rüden beginnen das Bein zu heben und Hündinnen das erste Mal läufig werden. Sie dauert nur wenige Monate. Der Hund erreicht die Geschlechtsreife.

Daran schließt sich die Adoleszenz an. Auch in dieser Phase zeigt der Hund "pubertäre" Verhaltensweisen. Erst mit deren Ende ist der Hund auch geistig und emotional erwachsen. Das Ende der Adoleszenz und damit vollständig erwachsen, ist je nach Hundetyp erst mit ca. 2,5 bis 4 Jahren zu erwarten.

Sollte der Hund aus irgend welchen Gründen kastriert werden, ist es besser bis zum Ende der Adoleszenz zu warten. Diese wird nämlich ansonsten verzögert oder der Hund bleibt gar auf diesem Nieveu stehen.

Das Ende der Adoleszenz ist daran zu erkennen, dass die Hündinnen (bei Rüden die Schwestern oder andere Rasse Vertreterinnen) die dritte Läufigkeit inkl. Scheinmutterschaft kompett durchlaufen hat. Der Hund wirkt in allem gefestigter und vernünftiger.

 

Während der Pubertät und Adoleszenz wird das Gehirn vom emotionalen, infantilen zum rationalen, erwachsenen umgebaut. Dem Hund fallen Impulskontrolle und Risikoabwägung schwer. Seine Risikobereitschaft ist höher, er testet seine Grenzen und seine Reaktionen fallen emotionaler aus.

Hunde sind in dieser Zeit stressanfälliger.

Der Hund zeigt ein gesteigertes Erkundungsverhalten und es fällt ihm schwer sich von für ihn wichtigen Dingen zu trennen. Auch selbstbelohnendes Verhalten spielt eine größere Rolle.

 

In "freier Wildbahn" würde der Hund nun evtl. das Rudel verlassen und abwandern.

Der Hund tut in der Zeit nichts bewusst um uns zu ärgern und auch nicht aus "Dominanz".

Er kann manche Dinge schlicht und einfach plötzlich wirklich nicht mehr. Deshalb ist es wichtig in dieser Zeit viel zu loben und in ablenkungsarmer Umgebung zu üben.

 

Der Hund braucht jetzt besonders viel Sicherheit, Führung, Verständnis und Konsequenz.

Ihm sollte so oft es geht die Möglichkeit gegeben werden, einfach Hund zu sein. Kommandos sollten in dieser Zeit eher sparsam eingesetzt werden. Sie sollten durchgesetzt werden, aber dem Hund sollte auch gezeigt werden, dass es sich für ihn lohnt.

 

Die Beziehung zwischen Hund und Mensch, und die Alltags Erziehung sollten im Vordergrund stehen. Wenn dem Hund Grenzen aufgezeigt werden, sollte danach die sofortige Versöhnung stattfinden. Wir wollen ja schließlich nicht, dass unser Hund sich wünscht ab zu wandern ;-)

 

Bis der Hund vollständig erwachsen ist, wird es immer wieder Wechsel von "rüpeligstes Hundemonster" zu "Muster Schüler und bester Hund der Welt" geben.

 

Es lohnt sich, diese Zeit mit Geduld, liebevoller Konsequenz, Sicherheit, Führung und ein bisschen Humor durch zu stehen.

Danach folgen schließlich in den meisten Fällen viele schöne Jahre mit einem tollen Begleiter. 

Kastration

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Viele Hundehalter, Tierärzte und Trainer lassen ihren Hund schnell kastrieren oder raten dazu.

Egal ob es Probleme in irgendeiner Form mit dem Hund gibt, oder weil es "einfacher" ist.

 

Doch leider wird dabei meist nicht bedacht, dass es sich nicht nur um die unfruchtbarmachung des Hundes handelt.

Eine Kastration ist eine Operation mit allen Risiken, die zu so einem Eingriff dazu gehören. 

Außerdem stellt die Kastration eines Hundes, einen nicht zu verachtenden Eingriff in das Hormonsystem dar.

Dieser Eingriff kann neben körperlichen Folgen (die ja zum Teil auch erwünscht sind), auch deutliche Veränderungen im Verhalten beeinflussen.

 

Deshalb sollte vor einer Kastration immer sehr sorgfältig abgewogen werden, ob es für den jeweiligen Hund sinnvoll ist.

 

Beispiele bei denen eine Kastration das Verhalten negativ beeinflussen kann sind ängstliche Rüden, eher unverträgliche Hündinnen, Hunde mit Jagdtrieb.

 

Wer überlegt, seinen Hund kastrieren zu lassen, dem empfehle ich sich vorher eingehend zu informieren und beraten zu lassen, oder zumindest vorher folgende Bücher zu lesen:

 

Kastration und Verhalten beim Hund, von Gansloßer, Udo / Strodtbeck, Sophie, Müller Rüschlikon

 

Kastration beim Hund, Chancen und Risiken - Eine Entscheidungshilfe, von Niepel, Gabriele, Kosmos

 

Silvester

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Das Wichtigste gleich vorweg - lasse Deinen Hund in der Silvesternacht niemals alleine. Es gibt so viele unterschiedliche Böller, Geräusche, Lichtblitze und Raketen, die unkontrolliert durch die Gegend fliegen, so dass selbst der coolste Hunde Angst bekommen kann. Eine Bezugsperson (Familie, bekannter Hundesitter), die Schutz vermitteln kann, verhindert daraus evt. entstehende Folgen.

Da wo sich der Hund am wohlsten fühlt sollte er unbedingt bleiben dürfen. Dies kann das Badezimmer sein, der Keller, eine Höhle, unter der Bettdecke im Bett oder auf dem Sofa oder / und die Nähe seines Menschen. Außerdem kann das Herunterlassen der Jalousien, sobald es dunkel wird, sowie das Anstellen von Musik oder des Fernsehers die Knallereigeräusche abdämpfen. Ansonsten sollte man sich so normal wie möglich benehmen und mit dem weitermachen was gerade ansteht: liege ich im Bett, drehe ich mich um und schlafe weiter, gucke ich Fernsehen, lese ein Buch oder bin in einer Unterhaltung, so bleibe ich dabei. Jedoch: Bitte niemals den Hund ignorieren! Sondern ihn liebevoll mit einbeziehen, ihm Optionen anbieten aber nicht aufdrängen und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ruhe lässt sich nicht erzwingen, aber beruhigen!

Denn Angst gehört zu den Emotionen, die vom Urvater des Gehirns gesteuert werden – dem Stammhirn. Daher macht jede Art des Trainings in der Silvesternacht gar keinen Sinn, da wir zum bewussten Lernen auf einen anderen Teil des Gehirns zurückgreifen müssen, dem Neocortex. Das Stammhirn kann willentlich nicht beeinflusst werden, daher ist die beste Möglichkeit, wenn Denkprozesse vorübergehend nicht erreichbar sind, die Spiegelneuronen zu benutzen. Auch Co-Regulation genannt. Denn Nervensysteme vernetzen sich automatisch. Das heißt, je ruhiger und gelassener die Bezugsperson ist und / oder ein anderer Hund, umso mehr kann ich den ängstlichen Hund unterstützen. (Bitte nur aufpassen, dass der andere Hund sehr stabil ist, nicht dass die Angst die Oberhand gewinnt).

Soziale Unterstützung ist auch insofern nützlich, da es zur Ausschüttung von Oxytocin (dem Kuschelhormon) kommt, was sich wiederum positiv auf den Stresslevel auswirkt. Dies kann durch Körperkontakt, Berührungen, einer ruhigen Stimme, aber sogar auch nur durch liebevollen Blickkontakt ausgelöst werden. (Bitte unbedingt auf die individuelle Befindlichkeit des jeweiligen Hundes achten, denn manche empfinden Streicheln in aufregenden Situationen eher als unangenehm).

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Hund Angst vor Böllern, Schüssen, Lichtblitzen usw. hat. Erlerntes Verhalten, schlechte Erfahrungen, negative Verknüpfungen uvm. Ein weiterer wichtiger Punkt können jedoch auch chronische Schmerzen und Schmerzgedächtnis sein. Schmerzen gehen einem sprichwörtlich auf die Nerven, und die Geräuschempfindlichkeit steigt. In diesem Fall hätte man mit gutem Schmerzmanagement im Voraus wesentlich mehr Erfolg als mit jeglichen Tipps zur Silvesternacht.

 

Safety first…

 

Solange ich nicht wirklich weiß, wie mein Hund auf Feuerwerk & Co reagiert, sollte ein Hund unbedingt angeleint sein. Je nach Hund helfen auch Sicherheitsgeschirre und / oder doppelte Sicherung über Geschirr und Halsband.

Hunde, die panisch reagieren, sollte man, wenn möglich nur in den Garten lassen oder man bleibt in der Nähe des Hauses oder Autos, so dass sie jederzeit die Möglichkeit haben, sich in Sicherheit zu begeben. Ein Hund der panisch reagiert ist im Überlebensmodus und braucht an dem Tag keine weitere Auslastung.

Wenn Spiele im Zuhause möglich sind, umso besser. Ansonsten Musik im Haus oder Auto anlassen, um die Geräusche etwas abzuschwächen, auch Singen kann helfen, um wenigstens Zeit für das große und kleine Geschäft zu schinden.

Von Muskel relaxierenden Medikamenten wie Acepromazin (eher bekannt unter den Namen Vetranquil, Sedalin, Calmivet) ist unbedingt abzuraten, da die Angst und das Geräuschempfinden bleibt, der Hund aber aufgrund des Medikamentes nur keine erkennbaren Körperreaktionen mehr zeigen kann, wie z.B. Zittern oder Umherlaufen. Zudem kann es aufgrund der Muskelrelaxation zu unkontrollierter Entleerung von Blase und Darm kommen. Ein wahrer Alptraum.

Cds zum Sensibilisieren funktionieren, wenn überhaupt, nur über einen längeren Zeitraum. Die Cd simuliert lediglich die Geräuschkulisse, jedoch nicht die Spannungen und Vibrationen, die in der Silvesternacht in der Luft liegen. Das Wichtigste bei der Cd ist jedoch trotzdem, dass die Dosierung vorsichtig erfolgt. Der Hund darf keine Angst bekommen durch die Geräusche, so dass man Tag für Tag die Lautstärke hoch regeln kann. Sollte ein Hund bei der CD nicht entspannt bleiben können, ist es unserer Meinung nach ratsam, lieber auf den Dauerstress aufgrund der CD zu verzichten, und das Nervensystem lieber bis zur Nacht der Nächte zu stabilisieren.

Körpertherapien wie Massagen, Wärmebehandlungen, Tellington Touch können sehr unterstützend sein. Zum einen sollten diese Anwendungen mit Entspannung und sozialer Zuwendung positiv verknüpft sein und zum anderen mit Sicherheit, Ruhe und einem guten Körpergefühl. Zu einem guten Körpergefühl verhelfen auch Übungen aus der Hundephysiotherapie. Hierbei ist man erfreulicherweise nicht auf die Geräte in einer Praxis angewiesen, da sich Baumstämme, Bürgersteige, Treppen, Slalom“stangen“, verschiedene Untergründe überall finden lassen.

Therapieformen, die sich außerdem als sehr nützlich erwiesen haben, die aber nur von erfahrenen, geübten Hundephysiotherapeuten, -osteopathen und / oder Tierheilpraktikern ausgeübt werden sollten, sind Akupunktur oder die Laserbehandlung. Diese kann sich positiv auf die Psyche auswirken und für Entspannung sorgen. Während bei der Akupunktur bestimmte Punkte mit Nadeln stimuliert werden, bietet der Laser die nadellose Alternative. Dazu gibt es im Laserbereich sogar Frequenzen, die gezielt auf die Psyche einwirken können.

Das Thundershirt oder Körperbandagen sind mit Sicherheit auch ein Versuch wert. Dieses Thundershirt, was einem Hund angezogen wird ist nicht einfach nur ein enges T-Shirt, sondern ein enganliegender Body der aufgrund nervaler Reizungen eine beruhigende Wirkung auf den Hund haben kann, die sogar wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Es ist ähnlich dem „Puken“ im Humanbereich, dass bei Säuglingen und traumatisierten Menschen große Anwendung findet. Es mag aber auch Lebewesen geben, denen diese Enge Angst macht. Da sich der Hund dem Shirt nicht entziehen kann, bitte einen Hund während der ersten Zeit nicht mit dem Shirt alleine lassen. Die Körperbandagen werden unterschiedlich um den Körper gewickelt und haben einen ähnlichen Effekt. Durch die Verbesserung des Körperempfindens und der Eigenwahrnehmung des Körpers können Hunde sprichwörtlich wieder schneller zu sich kommen.

Einigen Hunden kann mit Bachblüten oder Kräutermischungen geholfen werden, die Silvesternacht besser zu überstehen. Dazu sollte man sich rechtzeitig von professioneller Hilfe beraten lassen, so dass die Dosierung ausprobiert und bei Bedarf entsprechend angepasst werden kann.

Auch die Ernährung kann eine wichtige Rolle bei Angst spielen. Tryptophanhaltige Lebensmittel können sich unterstützend auswirken und ebenso ein moderater Proteingehalt (höchstens 20%). Eine Futterumstellung an den letzten Tagen des Jahres wird in der Regel keinen allzu großen Einfluss in der Silvesternacht haben. Sie sollte daher frühzeitig mit einbezogen werden. Hierzu gibt es mittlerweile einige sehr gute Hundeernährungsberater, die die Ernährung genau auf die Bedürfnisse und Befindlichkeiten des Hundes abstimmen.

Sollte der Hund aufgrund des Stresses noch zum Kauen in der Lage sein, so kann man auf Kauartikel und Kauspielsachen zurückgreifen. Dies dient nicht nur der Beschäftigung des Hundes, sondern es fördert bei vielen Hunden auch den Stressabbau. (Für BARFER bieten sich gute knorpelige Sachen an, aber auch gefüllte Kongs erfüllen eine Weile den Kauspaß).

Zudem gibt es mittlerweile auch einige Hilfsgeräte, die zwar auch erst in entspannten Situationen aufgebaut / konditioniert werden sollten, aber relativ schnell Wirkung zeigen. Hierzu zählen der DAP (Dog Appeasing Pheromone) Stecker oder Adaptil-Stecker. Beide werden nur in die Steckdose gesteckt und versprühen einen für uns Menschen neutralen Duft, der aber auf Hunde eine beruhigende Wirkung haben kann. Oder Relaxodog, ein Gerät, dass Musik und Ultraschallwellen aussendet, um auf Hunde beruhigend einzuwirken. Hierzu sind uns keine negativen Wirkungen bekannt, jedoch viele positive oder keine. Der Vorteil dieser Hilfsmittel ist, dass ein Hund sich jederzeit entziehen oder auch deren Nähe aufzusuchen kann.

Alles was wirkt kann so oder so wirken, daher niemals Versuche in kritischen Situationen ausprobieren. Das schönste Geschenk ist nichts wert, wenn ich es mit unangenehmen Situationen verbinde.

Text und Copyright: 

Elena Wende - Tierverhaltenstherapeutin + Hundeernährungsberaterin bei MenschHund Natur;

Katja Meis – Hundepension + Hundephysiotherapie bei Tippe Tappe Pfötchentagesstätte;

Stephanie Küster Hundetraining + Hundephysiotherapie von Schöne Aussichten für Hunde

Giftige Lebensmittel

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Folgende Lebensmittel sind für Hunde und Katzen unverträglich oder giftig. Natürlich kommt es immer auf die Menge der einzelnen Lebensmittel an. Deshalb wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt, wenn Ihr Tier etwas von den unten aufgeführten Lebensmitteln gefressen haben sollte.

 

Alkohol

Avocados

Zwiebeln

Knoblauch

Koffein/ Koffeinhaltige Getränke

Weintrauben und Rosinen

Milch (Laktose)

Nüsse

Schokolade

Rohes Schweinefleisch

Salz

Kerne von Steinobst

rohes Eiklar

 

diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Trauer beim Hund

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Tschüss Lottchen – und wie Gianni mit Lottes Tod umgegangen ist

 

Ich weiß, dass es ein schweres Thema ist. Und mir fällt es auch jetzt nicht leicht, darüber zu schreiben. Aber da viele von euch auch zwei Hunde haben, denke ich, es ist ein wichtiges Thema.

 

Im April 2014, mussten wir unsere Lotte (Giannis Mama) leider nach einem Jahr ständigem auf und ab, für immer gehen lassen. Wir hatten schon einige Monate vorher besprochen, wie es ablaufen soll. Die Tierärztin kam zu uns nach Hause, damit Lotte möglichst entspannt einschlafen kann. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Ich saß schon mit Lottchen im Garten unter ihrem lieblings Birnenbaum, als die Tierärztin kam. Lotte lag auf ihrer Decke.

Ich habe sie die ganze Zeit mit Leckerchen gefüttert. Wir haben immer gescherzt, Lotte würde bis zum letzten Atemzug fressen, aber dass es wirklich so kommen würde, hätten wir nicht gedacht. Sie hat wirklich bis zur letzten Sekunde gefressen und hatte sogar noch einen dicken Keks in der Backe als sie eingeschlafen war.

 

Nachdem Lotte für immer eingeschlafen, und die Tierärztin gegangen war holten wir Gianni. Er sollte Lotte sehen und sich verabschieden können.

Er hat an ihr geschnuppert und ging dann weiter seine Wege.

Prima, dachten wir. Das hat er aber locker genommen.

Auch als wir Lotte begraben haben, war Gianni dabei. Wir haben ihm nichts angemerkt. Im Gegenteil. Gianni lief wie immer im Garten rum.

 

In den folgenden Tagen wurde Gianni immer lebhafter. Er begrüßte Besuch noch stürmischer als sonst, er spielte viel und rannte im Garten rum. Wir dachten er wäre aus irgendeinem Grund „erleichtert“.

Doch sein Verhalten wurde immer schlimmer. Im Garten rannte er zum Teich und soff literweise Wasser, so dass wir ihn unterbrechen mussten, oder er fraß so viel Gras bis er erbrach.

Im Haus lief er nur noch umher und schlief nur nachts.

 

Da wir für die Hunde außer im Schlafzimmer überall gemeinsame Körbe und Liegeplätze hatten, entfernte ich schweren Herzens alles, was auch nur annähernd an Lotte erinnerte.

Wir fuhren zu Fressnapf um Gianni ein neues Körbchen zu kaufen. Er sollte sich eins aussuchen. Gianni stand vor der Auswahl an Liegeplätzen, seufzte und guckte „bedöppelt“.

Es waren alles ähnliche Körbchen wie wir bereits hatten.

Ich stand daneben und hatte Tränen in den Augen. Er wollte keines der Körbchen. Scheinbar erinnerten sie ihn an Lotte.

Also suchte ich etwas, was wir vorher nicht hatten. Ein Weidenkorb mit Kissen. Gianni legte sich sofort rein. Zuhause angekommen stellten wir ihm den Korb hin. Er ging rein und schlief endlich.

 

Gianni kam zwar nun endlich wieder zur Ruhe, aber draußen war er nach wie vor rastlos. Auch sonst war er nicht der alte. Wir konnten ihn nicht mehr alleine lassen. Und er hatte abgenommen.

 

Als unsere Katze Saphira dann auch noch vier Wochen nach Lotte vor unseren Augen starb, wurde es noch schlimmer.

 

Da wir im Oktober unser erstes Kind erwarteten waren wir hin und her gerissen… Sollten wir uns wieder einen Hund holen oder nicht? Uns war klar, dass wir mit Baby vermutlich weniger Zeit hätten und er öfter mal alleine bleiben müsste. Vielleicht würde ihm ein neuer Hund helfen.

Also fingen wir an zu suchen. Uns war klar, dass es nicht einfach würde, da wir einige Anforderungen hatten: Hündin, max. 43 cm, ca. 4 bis 6 Jahre, verträglich mit Katzen, Kindern, und Artgenossen, eher ruhig… 

Wir suchten sämtliche Tierheime und Tierschutzvereine in ganz Deutschland ab. Erfolglos.

Also suchten wir bei Züchtern nach erwachsenen Tieren….

Und fanden Tiffy, eine rauhaarige Klein-Elo Hündin. Ein Jahr jünger als Gianni.

 

Gemeinsam mit einer Freundin fuhren wir bei über 30 Grad an Pfingsten nach Dedelstorf um uns das Tier an zu schauen.

Gianni und Tiffy waren sich auf Anhieb sympathisch. Die kleine Hündin war zwar etwas ängstlich, arrangierte sich aber schnell mit „unheimlichen“ Reizen. Der Züchter versicherte uns, dass wir Tiffy zurück bringen könnten, sollte sie sich nicht einleben. Tiffy lebte dort nämlich mit Artgenossen in großen Ausläufen und nicht im Haus.

 

Schon zwei Tage nach Tiffys Einzug, kam der erste Test. Ich musste überraschend ins Krankenhaus zur Untersuchung. Dort waren wir einige Stunden. In meinem Kopf liefen die wildesten Horrorszenarien…

Als wir nach Hause kamen, lag Tiffy in Giannis Körbchen und er entspannt daneben. Da wussten wir, dass die Entscheidung den irren kleinen Zottel zu holen, richtig war.

Gianni wurde endlich wieder „normal“.

 

Wir vermissen unser Lottchen immer noch, und auch Gianni hatte 9 Monate später noch einen Einbruch. Ich habe ihn geschoren, und wollte ihm seinen Mantel anziehen. Als er den Mantel sah (Lotte hatte das gleiche Model) verkroch er sich zitternd in der Ecke. Auch ein Geschirr, was beide trugen und seit Lottes Tod nicht zum Einsatz kam, löste diese Reaktion aus.

Ich nahm Gianni mit den Worten "ich vermisse sie doch auch" in den Arm und wir haben erst mal zusammen getrauert. Das kam glaub ich vorher viel zu kurz.

 

Ich wusste schon immer, dass Tiere auch trauern. Aber mir war nicht bewusst, wie „menschlich“ ihre Trauer ist. Und dass manche Situationen ihn so an Lotte zu erinnern schienen, dass er so deutliche Reaktionen zeigte.

 

Auch hätte ich nicht gedacht, dass Hunde so lange trauern und nach so langer Zeit immer noch solche Assoziationen haben. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir Tiffy nicht geholt hätten. Ich glaub ich will es auch gar nicht wissen. Vielleicht hätte er sich nach weiteren Wochen und Monaten erholt. Aber sicher bin ich mir nicht.

 

Es hat mir jedenfalls gezeigt, dass unser Hund wirklich noch klüger und sensibler ist als ich dachte. Ich bin froh, dass er nicht lesen kann, sonst hätte garantiert nicht nur ich beim schreiben dieses Textes geheult.

 

Ich hoffe, dass keiner von euch in so eine Situation kommt. Und wenn doch, lasst euch von niemandem einreden „es ist nur ein Hund“. Und hört auf euer Gefühl.

 

Wir vermissen unser Lottchen immer noch sehr. Und Saphira genauso. Aber vielleicht passen die beiden ja jetzt als Hunde- und Katzenschutzengel auf unseren kleinen Sohn auf.